In der nächsten Saison ist Stade reif
Volleyball: Die erste und die zweite Mannschaft des VfL haben getauscht – Ambitionierte Jugend und auslaufende Senioren
Stades Trainer Rainer Heistermann schaut skeptisch: Der VfL zahlt noch Lehrgeld gegen die erfahrenen Mannschaften der Bezirksliga.
Von Daniel Berlin
STADE. Selbst die Gegner sind voll des Lobes. Nachdem die erste Mannschaft des VfL Stade am Sonntag in der Volleyball-Bezirksliga gegen den TuS Harsefeld 0:3 verloren hat, zollen die Harsefelder den Stadern Respekt. “Nächstes Jahr gewinnen die Jungs gegen uns”, sagt Gunnar Heise. Beim VfL Stade bewegt sich was.
Zwölf motivierte Volleyballer, die allesamt nicht viel älter als Anfang 20 sind, spielen in der zweiten Saison in der Bezirksliga. Die jungen Wilden haben den Status der ehemaligen ersten Mannschaft des VfL Stade übernommen. Die ehemalige erste Mannschaft, deren Spieler ausnahmslos die Väter der jungen Talente sein könnten, firmieren jetzt unter VfL Stade II. Stade II läuft nur noch aus in dieser Spielzeit. Die Senioren verlassen danach die Bezirksliga und wollen nur noch unter sich in der Freizeit ein paar Bälle schlagen. Nach einem Viertel-Jahrhundert soll mit Liga-Alltag Schluss sein.
Der Nachwuchs zeigt sich ambitioniert. “Die Jungs wollen sogar aufsteigen”, sagt Trainer Rainer Heistermann. Er schätzt allerdings, dass es in dieser Saison nur zu einem Platz im Mittelfeld reicht. In der nächsten Saison peilt Heistermann den Aufstieg an. Es sei nicht einfach, in der Bezirksliga Fuß zu fassen, erklärt der Trainer. Dort spielen Mannschaften mit vielen erfahrenen Leuten. Wie schwer es ist, musste der VfL in der vergangenen Saison erleben. “Es gab nur auf die Mütze”, sagt Heistermann. Vor gut vier Jahren begann der VfL Stade mit einer konsequenten Jugendarbeit. Die Früchte erntet der Verein wenn nicht in diesem, dann vermutlich im kommenden Jahr.
Es herrscht gute Stimmung in der Fröbel-Sporthalle in Stade. Der VfL hält gegen die Haudegen des TuS Harsefeld gut mit. Im ersten Satz führen die Gastgeber sogar mit drei Punkten. Als es um die Entscheidung des ersten Durchgangs geht, präsentieren sich die Harsefelder ausgebuffter. So verschieden sind die Ambitionen. Die “alten Herren” aus Harsefeld wollen sich nicht verletzen. Stade will gewinnen. “Bevor ich Batik mache, spiele ich lieber Volleyball”, sagt Heiko Wiebusch aus Harsefeld.
Die Gäste drehen den Satz in letzter Sekunde zu ihren Gunsten. So machen sie es auch im zweiten Durchgang, nachdem der VfL erneut mit fünf Punkten in Führung lag. Nur den dritten Satz dominiert Harsefeld und bringt ihn sicher nach Hause.
Was auffällt, ist der Zusammenhalt beim VfL. Kein böses Wort nach verschlagenen Bällen, dafür aufmunternde Worte von Kapitän Tobias Degener und Trainer Heistermann. Wer gerade nicht auf dem Spielfeld steht, steht am Rand und klatscht rhythmisch. Der TSV Stelle bekommt beim 3:0 des VfL die ganze Stader Frische zu spüren.
Immer unter Strom und immer Motivator: VfL-Kapitän Tobias Degener schlägt für Stade auf. Seine Mannschaftskameraden unterstützen Degener mit rhythmischem Klatschen. Gegen die alten Haudegen des TuS Harsefeld zahlten die Stader Lehrgeld. Das zweite Spiel gewann der VfL. Fotos Berlin
VOLLEYBALL – DEUTSCH
Volleyballer haben eine eigene Sprache. Um sich selbst zu motivieren und um den Gegner aus der Ruhe zu bringen, singen die Volleyballer fast nach jedem Ballwechsel spezielle Schlachtrufe. Das TAGEBLATT hat einige zusammengestellt und sie übersetzt:
So ein Ass, das macht Spaß: Nachdem das Service des Aufschlägers beim Gegner auf dem Boden gelandet ist, feiern die Volleyballer den direkten Punkt. (Alternativ: Bube, Dame, König, Ass.)
Vor die Füße, und das ist gut so: Der Abwehrspieler kann den Schmetterball gerade noch so erreichen, ihn aber nicht mehr kontrolliert spielen, was zum Punkt führt.
Neun mal neun ist immer noch zu klein: Die Spieler feiern den Punktgewinn, wenn der Gegner den Ball ins Aus schlägt.
Aha, soso, nervös: Mit diesem Spruch reagieren die Volleyballer auf eine Auszeit des Gegners.
Von der Hand an die Wand: So hört sich der Jubel an, wenn ein Schmetterball vom gegnerischen Block direkt an die Seitenwand der Sporthalle oder an die Decke geht.
Sixpack: Hat nichts mit Bier oder Waschbrettbauch zu tun, sondern beschreibt die Tatsache, dass eine Mannschaft noch sechs Punkte zum Satzgewinn benötigt.
Puuuuunkt: Mit gedehntem und langgezogenem “u” bedeutet das Wort, dass eine Mannschaft direkt vor dem entscheidenden Punkt zum Satzgewinn steht. (db)
Stader Tageblatt vom 29.11.2011
JORK. Teil zwei ihrer Serie von drei aufeinanderfolgenden Oberliga-Heimspieltagen bewältigten Jorks Volleyballer souveräner als den ersten. Vor heimischer Kulisse bezwangen sie diesmal die beiden Mittelfeld-Teams VfL Lintorf II und VSG Ammerland II jeweils klar mit 3:0. Damit sind die Altländer zunächst wieder auf Tabellenplatz zwei zu finden. “Wir sind zurück im Titelkampf”, freute sich TuS-Trainer Rolf Schmitt, dessen Mannschaft gegen beide Gästeteams einen spannenden Schlagabtausch bot. Entschieden wurden beide Partien im jeweiligen zweiten Satz. Schon der erste Durchgang gegen Lintorf II war eine knappe Angelegenheit; er endete mit einem 25:23 für Jork. Auch als es die Gäste schafften, im nächsten Satz nicht nur zum 23:23 auszugleichen, sondern sogar mit 26:25 in Führung zu gehen, behielten Jorks Spieler die Nerven, glichen aus. Am Ende brachten zwei gute Aufschläge von Andreas Stammer den 28:26-Satzgewinn. Der Rest – ein 25:18 im dritten Durchgang – war danach Formsache, vor allem dank eines gut aufgelegten Thorsten Kück. Der Angreifer zeigte sich diesmal überragend in der Ballannahme, stark im Angriff und erfolgreich im Block. Dass der Start gegen die Bundesligareserve der VSG Ammerland gut gelang (25:17), war mit sein Verdienst. Doch auch hier zeigten die Gäste im zweiten Durchgang heftige Gegenwehr. Mit viel Einsatzwillen holten sie sich insgesamt vier Satzbälle. Indes – Jork blockte und schmetterte einen nach dem anderen ab, verwandelte seinerseits den zweiten eigenen zum 28:26. “Damit war die Moral der Ammerländer gebrochen”, so Schmitt.


